Als Soziologe
interessiert Opielka v.a. das weite Verständnis (siehe dritte Konzeption), verspricht er
sich von dieser dritten Konzeption doch nichts Geringeres als die Entstehung eines „Öko-Wohlfahrtsregimes“
(ebd., S. 39). So wie die Rolle der Soziologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts
die soziale Frage befeuerte, aus der der Wohlfahrtsstaat erwuchs, könnte ihre
Rolle – so Opielkas Hoffnung – in einem Zukunftsdiskurs um soziale
Nachhaltigkeit sein, die ökosoziale Frage zu befeuern.
Das oben
eingeführte Modell von sozialer Nachhaltigkeit als Gelingen der dreifachen
Reproduktion im Sinne einer zukunftsfähigen und kohärenten Gesellschaft liegt
quer zu Opielkas Angebot.

Das Modell
baut sich wie folgt auf:
- Erstens behandelt es Themen der Gerechtigkeit
und Umverteilung im Sinne der bewährten Deutungsmuster.
- Zweitens schließen diese Deutungsmuster sozialpolitische
Gestaltungen mit ein.
- Drittens wirken diese Deutungsmuster
transformativ, wenn Inkohärenzen das gegenwärtige Arrangement die gültige
Anerkennungsordnung an ihre Grenze kommen lassen.
Freilich kann nicht ein Modell das bestehende Arrangement zu Fall
bringen, sondern es kann nur auf notwendige und mögliche Krisenlösungen
hinweisen. Letztlich sind es zivilgesellschaftliche Arenen, auf denen Bürger:innen
ihre Stimme erheben, Projekte nachhaltiger Lebensformen in Gang setzen und bei
hinreichend politischen Kräfteverhältnissen schließlich neue, konsistente
Bewährungsmythen ebenso wie neue sozialpolitische Rahmenbedingungen anstoßen.